Informatikunterricht in den 5. Klassen der AHS
IDEEN - ANREGUNGEN - UNTERSTÜTZUNG - DISKUSSION - VERNETZUNG
Ausgangsbasis für MOOCs (Massive Open Online Course) für Unterrichtende und Lernende?

Vorbemerkungen
Vor nunmehr 30 Jahren wurde der verpflichtende und flächendeckende Informatikunterricht in den 5. Klassen an den AHS Österreichs dank eines "bildungspolitischen Kraftaktes" eingeführt. Seitdem hat sich dieses jüngste zentral verordnete Schulfach einer dynamischen Entwicklung unterzogen, die ihresgleichen sucht. Oder ist doch alles beim Alten geblieben?
In diesem Schuljahr 2014/2015 gibt es für ca. 25.000 Schülerinnen und Schüler in ca. 1000 Klassen und mit geschätzten 2000 Informatik-Gruppen und ebenso nur grob geschätzten 1000 Lehrerinnen und Lehrern einen verpflichtenden Informatikunterricht im Ausmaß von mindestens zwei Wochenstunden. In so genannten Schwerpunktschulen können es insgesamt bis zu vier Wochenstunden sein.

Thesen zur aktuellen Situation
Der Informatikunterricht in der 5. Klasse an AHS ist - 30 Jahre nach dessen Einführung mehr denn je - charakterisiert durch
- extreme Unterschiede im Vorwissen der Schülerinnen und Schüler
- ein weites Spektrum der "informatischen Kompetenzen" der Lehrerinnen und Lehrer, inklusive unterschiedlicher Auffassung von "Informatik"
- einen Lehrplan, der einen großen inhaltlich-methodischen (Interpretations)Spielraum lässt
- die Dominanz von Produktschulung von Anwendersoftware gegenüber der Vermittlung von Konzepten und Softwareproduktion und damit
inhaltlich einen eher werkzeug- als konzept- und problemorientierten Zugang
- eine große Vielfalt an eingesetzten Software-Tools
- einen marginalen Einsatz von offiziellen Lehrbüchern und eine große Bandbreite von Online-Unterrichtsmaterialien
- eine "relativ mäßige" Verwendung von digitalen Unterrichtstechnologien und eDidaktik, obwohl im Lehrplan vorgesehen?

Historische Betrachtungen
Dank einiger Publikationen kann die geschichtliche Entwicklung des Informatikunterrichts in den 5. Klassen in groben Umrissen nachgezeichnet werden. Darunter befinden sich wertvolle Dokumente aus den Anfängen Mitte der achtziger Jahre, einer umfangreichen Publikation der OCG anlässlich 10 Jahre Informatik (1995), dem Band Schulinformatik in Österreich aus dem Jahr 2003, der internationalen Konferenz ISSEP 2005 in Klagenfurt und der Konferenz 25 Jahre Schulinformatik in Österreich in St. Pölten. Schließlich wurde im Jahr 2007 die bis dahin größte Erhebung zur Informatik in der 5. Klasse durchgeführt. Die dabei erhobenen Daten werden als Open Data im Rahmen dieser Initiative zur Verfügung gestellt werden.
Im Kontrast zur Dynamik der Informatik im Allgemeinen ist die gesetzliche Grundlage, wurde nach 1985 der Lehrplan erst wieder 2003 im Zuge der Reform der AHS-Oberstufe erneuert. Inwieweit der Lehrplan im Unterrichtsgeschehen eine Rolle spielt, wird im Rahmen dieser Initiative ebenso eine Rolle spielen, wie die Antwort auf die Frage nach dem Selbstverständnis eines Faches, das bisher alles andere als konsodiert erscheint.

SMARTe Ziele (specific, measurable, achievable, realistic, timely)
- die ARGE Informatik an AHS in Österreich wiederbeleben
- über die ARGE-Leiter (oder Ansprechpersonen) in den einzelnen Bundesländern die Schulen
und INF-Lehrer der 5. Klassen verständigen, dass es ein (informelles) Unterstützungsangebot geben wird
- am 3. November mit der ersten Woche
- wenn möglich, auf http://www.imoox.at starten,
sonst nicht im MOOX-Format "unverbindlich" und nicht so "massiv" in kleineren Clustern in den Bundesländern,

Termine
Dienstag, 23.9.2014: Fachdidaktiktag Informatik in Klagenfurt: Diskussion der vorhandenen Teilergebnisse
Ab Anfang Oktober 2014: Verständigung der INF-Lehrer über die ARGE-Leiter
Montag, 3. November 2014: Start mit der 1. Woche mit ein bisserl Theorie und praktischen Anregungen
Abgespeckter Online-Fragebogen für alle LehrerInnen
Montag, 10. - 14.: Mitmachen am Biber Bewerb und der Biber als didaktischer Ausgangspunkt für weitere informatische Unterrichspraxis
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